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Angeblich ist 40% der Weltsteuerliteratur in deutsch geschrieben. Ich glaube das zwar nicht, weil erstens so bedeutend ist deutsch auch wieder nicht und zweitens haben auch auch viele andere Laender machtig viel Mist in ihren Steuergesetzen. Tatsache ist aber, dass das deutsche Steuersystem, speziell die Einkommensteuer, saukompliziert ist. Nur zum Vergleich: Das deutsche Einkommenssteuergesetz hat cca 200.000 Seiten, das slowakische 40.000. Die deutsche Einkommenssteuer kennt cca 500 Ausnahmen, die slowakische 70 (und auch davon koennte man 40 abschaffen). Vom System ganz zu schweigen, weil eine lienear progressive Steuer hat wahrscheinlich niemand - ausser Deutschland selbstredend.
Damit das ganze auch so bleibt, wird ziemlich viel Quatsch dahergeredet. Zum Beispiel Hans Eichel, der war Finanzminister vor dem jetzigen, sagte: "Eine komplexe Wirtschaft braucht ein komplexes Steuersystem". Nun ja, man kann seine Null-Ahnung auf viele verschiedene Arten kundgeben, aber diese ist bestimmt die witzigste. Eine komplexe Wirtschaft braucht mit Sicherheit nicht ein komplexes Steuersystem, dass nur wenige durchblicken und wo einige Prozent der Wirtschaftsleistung nur auf die Buchfuehrung und -pruefung draufgehen. Ein Steuersystem muss moeglichst einfach sein, damit es jeder Wirtschaftteilnehmer begreift und nicht nur Experten.
Oder der Musterschwiegersohn, Wulff, welcher sagte, dass ihm bei der Einheitssteuer die Solidaritaet abgeht. Das war im Sommer 2006, als der Prof. Kirchhof Finanzminister werden sollte und dass einzig richtige getan hat, naemlich die Einheitsteuer in Gespraech zu bringen. Einheitsteuer bedeutet nicht, dass jeder den selben Betrag in Euro bezahlt, sondern dass jeder den selben Prozentsatz bezahlt, und das auch erst nach Ueberschreiten des Steuerfreibetrages. Gerade die Einheitsteuer ist solidar und auch gerecht. Wer viel verdient, zahlt auch viel, wer wenig verdient, zahlt wenig oder keine Steuer. Die Pointe ist aber die, dass die marginale Besteuerung die zum Beispiel massgebend die Motivation Werte zu schaffen beinflusst, stets die selbe bleibt.
Und volkommen falsch ist das Gerede um die Nettoentlastung. Wenn zum Beispiel heute ein Steuersatz von 50% angewandt wird und der Erloess ist 100 mld. Euro, dann darf man im Falle einer Halbierung des Steuersatzes auf keinen Fall von einer Nettoentlastung in Hoehe von 50 mrd. Euro sprechen. Das ist aus dem Grund falsch, weil nicht die Motivation beruecksichtigt wird, die Steuer zu umgehen. Es waere schlicht blauaeugig zu glauben, dass ale ihre Steuern, gerade die Einkommenssteuer, anstaendig bezahlen. Zum Beispiel stieg die Steuerbasis (die Summe aller Gewinne vor Steuern) der slowakischen juristischen Personen um 93% innerhalb von zwei Jahren (das Jahr nach der Steuerreform, 2005, verglichen mit dem Jahr vor der Steuerreform, 2003), als die Slowakei zum 1.1.2004 die Einkommensteuer von 25% auf 19% senkte. Glauben Sie, die slowakische Wirtschaft hat ihre Kraft innerhalb von zwei Jahre beinahe verdoppelt? Natuerlich nicht, es haben nur viele Firmen aufgehoert zu bescheissen.
Also, was Deutschland dringend tun muss, um gegen die Krise anzukaempfen, ist eine sofortige Senkung der Einkommens- und Lohnsteuer einheitlich auf 15%. Dass ist das beste Heilmittel und viel billiger als staendig frisches Geld in marode banken zu pumpen.















